Farben
Farbkontraste
Licht und Beleuchtung
Formen
Formkontraste
Plastizität
Räumlichkeit
Stofflichkeit
Malweise
Technik
Komposition
Farben
Vogeler
benutzte für dieses Bild hauptsächlich Blau- und Grüntöne. Diese Farben zeigen
einerseits die ungefähre Jahreszeit an, in der das Bild spielt, den Sommer. Weiterhin
erzeugt sie aber mit dem tonlosen, milden Licht eine Art Wehmut, die in dem Maler
herrschte, als er das Ölbild malte. Die Wahl von hauptsächlich kalten Farben hebt den
Betrachter es von dem Bild weg und gestattet es ihm so, trotz der enormen Größe des
Bildes (175x310 cm), es gut überblicken zu könne und die auf dem Bild herrschende
Stimmung selbst zu spüren. Dieser Effekt wird wiederum durch das milde Licht verstärkt.
Als weitere Farbe benutzte er Brauntöne, die die vorherrschende Stimmung ebenfalls
verstärken, obwohl sie zu den warmen Farben gehören. Weiterhin verkörpern sie mit Weiß
gemischt in dem Bild den Sommeranfang bzw. das Frühlingsende. Die auf dem Bild
vorhandenen Rot- und Weißtöne geben dem Bild eine
besondere Art von Lebendigkeit. Man kann förmlich die Musik hören und die Stille der
Zuhörer spüren.
Er brachte die Rot- und Weißtöne aber wahrscheinlich nur ins Bild mit ein, da die Farben
wirklich zu den Personen bzw. zu den Gegenständen gehörten.
Farbkontraste
Das Bild besitzt
keine richtig harten Farbkontraste, einige Gegenstände bzw. Personen werden nur durch
bestimmte Farben (rot und weiß) aus dem vorherrschenden Grün-Blau herausgehoben. So wird
Agnes Wulf z.B. durch ihre rote Haarfarbe aus dem Grün herausgehoben, obwohl es von
Vogeler wahrscheinlich gar nicht beabsichtigt war, sie hervorzuheben. Eher wahrscheinlich
wäre es da schon bei seinem Partner und auch Freund in der Worpsweder Künstlerkolonie
Otto Modersohn. Obwohl Heinrich Vogeler ihn nicht wie alle anderen Person fast
porträtiert hat, wird man als Betrachter trotzdem auf ihn aufmerksam und erkennt auch
seine Gesichtszüge, zu mindest den groben Gesichtsausdruck.
Allerdings hat Vogeler alle Personen zu mindest in ihren Gesichter, aber meistens im
gesamten Körper aus der Natur hervorgehoben, indem er für die Gesichter immer hellere
und für die Kleidung das Entgegengesetzte an Helligkeit zu den umgebenden Farben nahm.
Die einzige Person, bei der die Kleidung ein wenig mit der Umgebung verschwimmt ist Otto
Modersohn im linken Hintergrund. Eine weitere Methode auf diesem Bild, Personen
hervorzuheben, war von Vogeler sie neben hellere bzw. dunklere Gegenstände zu
positionieren, wie man es bei Martha Vogeler in der Bild mitte gut sehen kann. Sie steht
mit ihrem sich kaum von der Umgebung abhebenden, hellgrünen Kleid neben einer weißlichen
Vase bzw. an dem Terrassengeländer aus Stein.
Licht und Beleuchtung
Da das Bild in der
"freien" Natur" spielt, ist das Licht auch natürlich. Es ist der
Lichtschein der Sonne, die schräg links über dem Bild steht, der die kleine Gesellschaft
und ihre Umgebung, die Terrasse des Barkenhoffs beleuchtet. Das Licht ist weich und flau,
was darauf schließen lässt, dass es erstens ein milder Sommertag und zweitens ein
wenig bedeckt sein muss. Die nur leichte Beleuchtung des Bildes trägt zu der schon in dem
Bereich "Farbe" angesprochenen Wehmut des Bildes bzw. des Künstlers bei.
Formen
Vogeler malte
alle Objekte und Menschen in der wirklichen Form. Das Einzigste, was einem auffällt, ist,
dass die Treppe und das Geländer, das die Terrasse umschließt, aus einem Stück zu sein
zu scheinen. Man kann nirgends eine Fuge oder eine Zusammenfügungsstelle entdecken. Die
beiden Vasen auf dem Geländer sind so gut gemalt, dass man denken könnte, jemand hätte
ein Tuch mit Blumen an den Vasen befestigt.
Formkontraste
Die Treppe und
das Geländer wirken im Vergleich zu den Pflanzen im Hintergrund und denen die sie
überwuchern hart und scharfkantig. Die Personen, die Treppe, das Geländer, der Hund und
die Pflanzen auf dem Geländer sind scharf gemalt; die restliche Umgebung und Otto
Modersohn dagegen sind eher und scharfen, so dass sie verschwommen, wie aus einer anderen
Welt wirken oder als ob sie erst später hinzugefügt worden wären von einem schlechten
Maler, der nicht so scharf malen konnte, wie Vogeler.

Plastizität
Die Personen
wirken durch den "richtigen" Schattenwurf, als ob sie 3-dimensional wären.
Vogeler hat es geschafft, die Körper alle räumlich wirken zu lassen, obwohl er sie
nur 2-dimensional zeichnen bzw. malen konnte. Dies gibt dem Bild eine Art Lebendigkeit, da
es dem Betrachter vorkommt, als ob er den Personen, die wegen den ungeheuren Ausmaßen des
Bildes beinahe lebensgroß sind, direkt gegenüber stehen würde, als ob er ein Teil des
Geschehens wäre und mit zu dem Bild gehören. Manche Menschen, die dieses Bild
betrachten, kommt es vielleicht so gar vor, als ob sie zu der kleinen Gesellschaft auf dem
Barkenhoff gehören würden und ebenfalls der Musik lauschen würden. Sie fühlen
sich als ein teil des Bild und seines dargestellten Geschehens.
Räumlichkeit
Räumlichkeit
t
Das gesamte Bild erscheint
dem Betrachter räumlich, als wenn man es betreten könnte. Dies wird einmal dadurch
hervorgerufen, dass Vogeler mit ganz einfachen Verdeckung von Objekten und Personen durch
andere Objekte oder Personen gearbeitet hat. Aber auch dadurch, dass Otto Modersohn (im
Hintergrund) wesentlich kleiner als Martha Vogeler (im Vordergrund) gemalt ist; Vogeler
hat also auch das einfache Prinzip des
"kleiner-werdens-bei-größeren-Entfernungen-vom-Betrachter" benutzt.
Weiterhin scheint es dem Betrachter so, als ob ein Teil des Bildes, nämlich die Gruppe
links und rechts im Bild, sowie das Geländer zu der Tür bzw. Martha Vogeler bzw.
abstrakter gefasst in die Mitte des Bildes führen würden. Ein weiterer Hinweis auf
Räumlichkeit im Bild und in der Szenerie ist, dass die Personen und Objekte alle in die
selbe bzw. allgemein Schatten werfen.
Stofflichkeit
Alle Materialien
für die Treppe, das Geländer, die Kleidung der Personen, die Personen selber wirken
echt, als ob diese Personen und Objekte in dem Bild lebendig eingefangen worden wären.
Man kann als Betrachter erkennen, dass die Treppe und das Geländer aus ein und dem selben
Stein gemacht sind und das die kleine grüne Pforte vor Martha Vogeler aus grünlackierten
Holz besteht. Zum Teil wirken die Stoffe sogar zu echt, so dass man denken könnte die
Person oder das Objekt ständen direkt vor einem und man könnte es anfassen.
Malweise
Das Bild
entstand im Ende des Jugendstils und am Anfang des Expressionismus. Der Expressionismus
wird durch die Gefühle, die Vogeler bei der Herstellung des Bildes hatte und durch die
mitschwingende Gefühle ausgedrückt.
Technik
Heinrich Vogeler
arbeitete bei diesem Bild mit Ölfarben auf einer Leinwand. Er malte einzelne Objekte aus
einem Ganzen in liebevoller Detailarbeit, so kann man z.B. bei den beiden Bäumen auf dem
Geländer (Vordergrund-Mitte) viele einzelne Blätter erkennen. Wiederum lies er aber auch
einige Details verschwimmen wie bei Otto Modersohn, die Frage ist nur, warum er alle
Personen bis auf Otto Modersohn beinahe porträtierte und ihn nicht. Weiterhin malte er
das Geländer, die Treppe, die dreier Frauengruppe links, die dreier Herrengruppe rechts,
den Hund und Martha Vogeler mit sehr viel Detailreichtum. Den Rest des Bildes hingegen
lies er ein wenig verschwommen wirken.
Komposition
Heinrich Vogeler
splittete die kleine Gesellschaft in zwei Gruppen und zwei Einzelpersonen auf. Rechts im
Bild sind drei männliche Musiker (Franz Vogeler, Martin Schröder und er selbst). Sie
sind wahrscheinlich die jüngsten der vier auf dem Bild erkennbaren Herren. Links sitzen
drei Frauen (Agnes Wulf, Paula Modersohn-Becker, Clara Rilke-Westhoff) auf den Bänken und
lauschen der Musik des Trios auf der rechten Seite. Etwas abseits hinter ihnen steht Otto
Modersohn, er gehört im gewissen Sinne
zu der Gruppe der Zuhörer, steht aber weit abseits von ihr, als ob er nicht dazu gehören
würde. In der Mitte des Bildes im Vordergrund steht Martha Vogeler, Heinrich Vogelers
Ehefrau. Sie nimmt in dem Bild die zentrale Rolle ein. Zuerst fällt der Blick des
Betrachters meist erst auf sie und entdeckt dann erst die beiden Gruppen. Martha Vogeler
wirkt mit ihrer Position wie ein Trennungsglied zwischen den beiden Gruppen. Vor ihr liegt
ein Hund der ebenfalls ihre Wirkung der Wichtigkeit verstärkt.
© Christoph Sieb ( Klasse 9.4 GymLi) |