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Pragmatik

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 • Bildbedeutung
 • Absicht des Künstlers
 • Funktion des Bildes
 • Wirkung des Bildes
 • Biographie Heinrich Vogeler
 • Stellung H. Vogelers in seiner Zeit
 • Beurteilung durch Zeitgenossen
 • Beurteilung heute
 • Eigene Beurteilung
 • politische und gesellschaftliche  Bedingungen
 • kulturelle und künstlerische Bedingungen

 

• Bildbedeutung auf der Grundlage der Einzelzeichendeutung

Das Bild drückt die Gefühle Vogelers zu dieser zeit aus. Er empfand das Bild sein ganzes Leben als ruiniert und forderte es mehrmals, wohlgemerkt vergeblich, von Roselius zurück, der es ihm abgekauft hatte. Vogeler wollte es sogar zurückkaufen, um es zu zerstören.
Das Bild zeigt die Wehmut Vogelers zu dieser Zeit. Er lud sich gerne und oft auch viele Gäste auf den Barkenhoff ein, doch sobald die Stimmung freudig wurde, war er nirgends mehr unter den Gästen zu finden. Er zog sich bei solchen Anlässen bzw. oft auch feiern und Treffen ohne Grund zurück.
Weiterhin spiegelt es aber auch die Freude dieser Treffen unter Freunden auf dem Barkenhoff wieder, denen Vogeler voller Freude beiwohnte. Es zeigt Vogelers Gefühl über den Barkenhoff, der für ihn einerseits das Willkommen Worpswede, aber andererseits auch der Abschied Worpswede war. Auf diesem Bild hielt er alle seine Freunde in einem Moment der Freude
fest und somit auch seine schönen Erinnerungen, warum er das Bild zerstören wollte, ist mir völlig unklar, da es eigentlich eines seiner Meisterwerke ist.
 

• Absicht des Künstlers

Vogeler wollte mit diesem Bild vielleicht einfach das Schöne und die Freude solcher Treffen zeigen und seine Erinnerungen und Gefühle zu diesem Thema verarbeiten. Aber vielleicht wollte er mit diesem Bild auch einfach ausdrücken, wie er sich trotz der Enge, wie er selbst gesagt hat, die er auf dem Barkenhoff fühlte, Freude empfand über solche Treffen auf seinem geliebten Barkenhoff.
 

• Funktion des Bildes

Welche Funktion das Bild erst hatte, lässt sich nur vermuten, denn niemand weiß, warum Vogeler das Bild genau malte. Es kann nicht zur Eigenheimverschönerung, noch für die dauerhafte Darstellung der treffen gemalt worden sein, da Vogeler es zuerst an Ludwig Roselius verkaufte und es später von ihm zurückkaufen wollte, um es zu zerstören. Es ist eher wahrscheinlich, dass Vogeler dieses Bild einfach nur malte, um seinen Gefühlen Ausdruck zu
verleihen.
 

• Wirkung des Bildes

Das Bild wirkt wegen seiner enormen Größe (175x310 cm) etwas zu überzogen für diesen kleine Anlass. Es ist als ob Vogeler in dem Augenblick des Malens ein wenig größenwahnsinnig gewesen wäre.
Allerdings muss man auch zugeben, dass Vogeler die Atmosphäre eines solchen Abends phantastisch eingefangen hat, so dass man als Betrachter fast die Atmosphäre mitfühlen kann. Die Stille wirkt irgendwie beruhigt selbst auf den Betrachter.
Man muss aber leider dazu sagen, dass das bild heute nicht mehr die selbe Wirkung wie damals hat, da der Rahmen, der maßgeblich zur Wirkung beitrug, leider verschollen ist.
 

• Biographie Heinrich Vogeler

Heinrich Vogeler wurde am 12. Dezember 1872 in Bremen geboren und studierte von 1890 bis 1893 an der Düsseldorfer Kunstakademie unter den Dozenten bzw. Professoren P. Janssen und A. Kampf.  1894 siedelte er nach Worpswede und schloss er sich den Malern Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Fritz Overbeck in der Worpsweder Künstlerkolonie an und kaufte bzw. erwarb einen kleinen Bauerhof namens Barkenhoff. Diesen gestaltete er bis 1896 um, so dass er bald das Zentrum der Künstlerkolonie war. In den folgenden Jahren reiste er nach Italien, Ceylon und später auch England, wo er englische Arbeitersiedlungen kennenlernte und die Malerei der Präraffaeliten und das Arts and Crafts Movement auf ihn einwirkten. 1905 führte er die  Innendekoration im Bremer Güldenhaus aus und malte das hier analysierte Bild. Drei Jahre später gründete er die Worpsweder Werkstätte für Einrichtung und Möbel.
Im Ersten Weltkrieg war er als Soldat und Zeichner tätig, in dieser Zeit entstanden Vogeler Zeichnungen über den Krieg, wie z.B. " Im Felde " (1917). Die gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Krieg, die Russische Revolution und die deutsche Rätebewegung vermehrten Vogelers Anteilnahme an politischen und sozialen Entwicklungen. 1919 versuchte Vogeler eine
kommunistische Kommune im Barkenhoff zu gründen; dieser Versuch scheiterte aber 1923.
Aus wahrscheinlich diesem Grund übergab er den Barkenhoff an die Rote Hilfe und trat seine erste Reise in die Sowjetunion an. Während dieser Reise entstand u.a. das Bild "Der Kreml". Diese Reise ging bis 1924. Von 1926 bis 1927 unternahm er eine weitere Reise in die Sowjetunion. 1928 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Asso, zu der ich allerdings keine genaueren Information gefunden habe. 1930 bis 1931 versuchte er ein zweites Kommune-Projekt im Tessin in der Schweiz ; dieses scheiterte wiederum und aus diesem Grund siedelte 1931 in die Sowjetunion über und konvertierte zum Kommunismus, falls er das nicht schon vorher getan hatte. Er starb 1942 am 14. Juni in Kasachstan, wo er bis zu seinem Tod an seinen Memoiren gearbeitet hat.

Von 1895-1914 malte er hauptsächlich phantasievolle, träumerische und durchweg wehmütig gestimmte Bilder.
Von 1914-1918 sind von ihm nur die Kriegszeichnungen bekannt.
Ab 1918 malte er nur noch kommunistische und antifaschistische Bilder und kommunistisches Propagandamaterial und verfasste nach der Invasion der Deutschen auch antifaschistische Pamphlete.
 
 

• Stellung H. Vogelers in seiner Zeit

Vogeler war einer der bedeutensten Maler in Niedersachsen, aber vor allem in der Umgebung von Bremen. Viele seiner Bilder kaufte ihm der Kaufmann Ludwig Roselius ab und stellte sie aus. Weiterhin brachte Vogeler viele künstlerisch begabte Leute mindestens einmal nach Worpswede, indem er sie auf seine Barkenhoff einlud.
 

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• Beurteilung durch Zeitgenossen

Auszug aus "Von Worpswede nach Moskau - Heinrich Vogeler - Ein Künstler zwischen den Zeiten" von Heinrich Wiegandt Petzet ( S. 88 8. Zeile unter dem zweiten Absatz):
" Beim Lesen begegnet man sämtlichen Schlagworten, aus denen sich das üblich gewordene Vogeler-Klischee bis heute zusammensetzt:
"keuscher Schmuck des Frühlings", "Empfindsamkeit schöner Träume", "Wunder der Märchendichtung". Aus dieser Quelle kommt offenbar die immer wieder verbreitete Meinung, Vogeler habe seine Bildentwürfe 'direkt' aus dem Märchen entnommen, was als echt
deutscher Zug durch alle seine Werke gehe... . Der Kritiker rühmt die Einfachheit und Schlichtheit des Vortrags, die er mit den Wesenszügen der deutschen Graphik seit Schöngauer und Dürer zusammenbringt. In der "Tracht der Altvorderen", die Vogeler seinen Figuren gebe, möchte er einen Schritt zum "Widererstarken des Volkstums" sehen, und lokalisiert das Vogelersche Mittelalter gelegentlich soweit, dass er "eine Ritterburg der Eiffel" zu erkennen glaubt...
Neben den Allgemeinheiten erhält der Aufsatz einige bemerkenswerte kritische Hinweise. So, etwa, dass Vogelers lyrische Art sich nicht zur Illustration der dramatischen Poesie Gerhart Hauptmanns eigne, was an der Mappe zur >Versunkenen Glocke < deutlich werde - wo er z. B. der dämonischen Waldnixe Rautendelein das Bild des eigenen, kindlich-reinen Jungfrauenideals aufpräge. ...."

Vogeler wurde von seinen Zeitgenossen allgemein nur gut beurteilt. Die wichtigsten Beurteilungen kamen von Rainer Maria Rilke, der selbst persönlich Verbindungen zu Vogeler hatte.
 

• Beurteilung heute

Vogeler gilt heute als der Künstler, der Worpswede zum Künstlerdorf machte, doch er selber wie immer wieder daraufhin, dass Otto Modersohn der eigentlich Erbauer der Worpswede Künstlerkolonie sei und Otto Modersohn er Ruhm zu stehe und nicht ihm, Heinrich
Vogeler. Er wird weiterhin als hervorragende Künstler bezeichnet, zwar nicht mit van Gogh zu vergleichen, aber dennoch auf der ganzen Welt bekannt.
 

• eigene Beurteilung

Meiner Meinung nach, war dieses Bild das Hauptwerk Vogelers, auch wenn er es zerstören wollte. Es spiegelt seine Stimmung wieder und führt den Betrachter in die kleine, fast geheime Gesellschaft Vogelers Freunde ein. Vogeler selber ist meiner Meinung nach einer der besten Künstler gewesen. Seine Bilder zeugen nach meinem Verständnis mehr nach
Kunst als Bilder von Picasso oder der heutigen modernen Kunst. Wenn zum Beispiel zur Zeit durch Worpswede fährt und sich die "Schaffungen" der "Künstler" anschaut, die dafür einen Kunstpreis erhalten haben, fragt man sich ehrlich, was das noch mit Kunst zu tun hat.
 

• politische und gesellschaftliche Bedingungen

Zu dieser Zeit gab es noch das Deutsche Kaiserreich, in dem noch der Kaiser, aber vor allem der Reichskanzler regierte, aber nach Bismarcks Rücktritt die Sozialen. Deutschland war auf Grund Wilhelm II. in Begriff in den Ersten Weltkrieg zu gehen und war ja relativ groß (540 777 Quadratkilometern mit etwa 60 Millionen Einwohnern (1905) ). Zu dieser Zeit ging es den meisten Einwohnern Deutschlands noch sehr gut, so dass keine gesellschaftlichen Problemen auftraten..
 

• kulturelle und künstlerische Bedingungen

Zu dieser Zeit ging es vor allem den Worpsweder Künstlern einiger Maßen gut, da Ludwig Roselius ihre Werke kaufte, um sie auszustellen. Er war dabei Museen und allgemein kulturelle Einrichtungen zu erbauen, so dass die Kulturkenntnis allmählich wuchs.

©  Christoph Sieb ( Klasse 9.4 GymLi)