Netzplan für den Sekundarbereich II


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Seit der Einführung des Zentralbiturs wird die jeweilige Kursfolge in der Qualifikationsstufe verbindlich vorgegeben.

Deswegen folgen hier die offiziellen Vorgeben für das Abitur 2011 incl. der ergänzten Elementaten Aspekte:

 

Niedersächsisches Kultusministerium                                                                   Juni 2008

 Abitur 2011 – Thematische Schwerpunkte evangelische Religion 1 von 3

12. Evangelische Religionslehre

 A. Fachbezogene Hinweise

 Für das Abitur 2011 werden drei Thematische Schwerpunkte festgelegt. Die angegebenen Grundbegriffe und Inhalte sind im Zusammenhang mit den Elementaren Aspekten aus den Rahmenrichtlinien verbindlich (Die angegebenen Nummern bei den Thematischen Schwerpunkten folgen der Nummerierung in den Rahmenrichtlinien).

Nach den geltenden Rahmenrichtlinien (RRL, S. 10 f.) ist darauf zu achten, dass in der Qualifikationsphase von den insgesamt 26 Elementaren Aspekten mindestens 15 im Zusammenhang mit den Lernfeldern und Lernzielen (RRL, S. 7 - 9) sowie den Leitthemen (RRL, S. 11) bearbeitet werden, d.h. im Unterricht der Qualifikationsphase sollen nicht ausschließlich die genannten Thematischen Schwerpunkte behandelt werden. Die flexible Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten und aktueller Ereignisse bleibt wünschenswert.

Es ist Aufgabe der Fachkonferenzen und der einzelnen Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe auf die Anforderungen der Qualifikationsphase vorzubereiten. Dabei ist der besonderen Situation der Einführungsphase im Schuljahr 2008/2009 Rechnung zu tragen. Es ist sicherzustellen, dass im zehnten und elften Schuljahrgang vergleichbare Inhalte und fachspezifische Verfahren vermittelt werden.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben

-           hinsichtlich des sachgerechten und reflektierten Umgangs mit biblischen Texten (Leitbegriff Bibel in den RRL 7-10)

-          hinsichtlich der Auseinandersetzung mit dem Wesen und der Bedeutung von Religion (Leitthema 2 für die Einführungsphase in den RRL Gymnasiale Oberstufe).

 Die landesweit einheitlich gestellten Abituraufgaben folgen in ihrer Formulierung den Einheitlichen Prüfungsanforderungen und sind so angelegt, dass sie den Rückgriff auf die im jeweiligen Unterricht behandelten Beispiele ermöglichen.

Zum Unterschied zwischen einem Prüfungsfach mit erhöhtem Anforderungsniveau und einem Prüfungsfach mit grundlegendem Anforderungsniveau sind die Angaben der Einheitlichen Prüfungsanforderungen zur Niveaudifferenzierung zu beachten.

 

Fachspezifische Verfahren

In der Auseinandersetzung mit den Inhalten des evangelischen Religionsunterrichtes, darunter die vorgegebenen Thematischen Schwerpunkte, sollen die Schüler und Schülerinnen die in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) genannten fachlichen und methodischen Kompetenzen erwerben:

•       Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit – religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen und beschreiben

•       Deutungsfähigkeit – religiös bedeutsame Sprache und Zeugnisse verstehen und deuten

•       Urteilsfähigkeit – in religiösen und ethischen Fragen begründet urteilen

•       Dialogfähigkeit – am religiösen Dialog argumentierend teilnehmen

•       Gestaltungsfähigkeit – religiös bedeutsame Ausdrucks- und Gestaltungsformen verwenden.

 

 

Reihenfolge der Thematischen Schwerpunkte:

Die drei Thematischen Schwerpunkte sind in der vorgegebenen Reihenfolge in den ersten drei Schulhalbjahren der Qualifikationsphase zu unterrichten. Der Thematische Schwerpunkt 3 wird für die Abiturprüfung 2012 als Thematischer Schwerpunkt 1 (im 1. Halbjahr des Schuljahrgangs 12) übernommen.

 
B. Thematische Schwerpunkte

 Thematischer Schwerpunkt 1: Jesu Botschaft in Wort und Tat

 Elementare Aspekte

2.1       Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes als Zuspruch und Herausforderung

2.3       Lebensgestaltung und Gemeindeordnungen in der Nachfolge Christi als Maßstäbe für das eigene Leben

5.1       Die Verkündigung des Evangeliums als Wertorientierung und als Grundlage christlichen Handels im Vergleich zu säkularen Handlungskonzepten

 

Die Fachkonferenz ergänzt:

2.2             Die Verkündigung der Auferstehung als Grund christlichen Glaubens und als Sinngebung menschlicher Existenz

5.2      Kontinuität und Wandel christlich begründeter Normen angesichts gegenwärtiger Normenunsicherheit

 

Verbindliche Grundbegriffe / Inhalte

•          Reich-Gottes-Botschaft in der Bergpredigt, in Gleichnissen und Wundergeschichten

•          Ordnungen des Gemeindelebens (Apg 2; 1.Kor. 14,33-36; Gal 3,26-29; Röm 12)

•          Berufungsgeschichten im NT sowie Beispiele aus Geschichte und Gegenwart für ein Leben in  der Nachfolge Jesu

•          Die Ethik der Nächstenliebe im Vergleich zu säkularen Handlungskonzepten

•          Jesus und seine Botschaft in der Sicht anderer Religionen

  

Thematischer Schwerpunkt 2: Mensch und Menschenwürde

 Elementare Aspekte

4.1       Menschenbilder in Humanwissenschaften im Vergleich zum christlichen Menschenbild

4.2       Der Anspruch des Menschen auf autonome Selbstverwirklichung in Spannung zu seiner Wesensbestimmung als Geschöpf und Ebenbild Gottes

4.4       Gebundenheit und Freiheit des Menschen im Spiegel der theologischen Aussage von Gesetz und Evangelium

5.1              Die Verkündigung des Evangeliums als Wertorientierung und als Grundlage christlichen Handelns im Vergleich zu säkularen Handlungskonzepten

 

Die Fachkonferenz ergänzt:

4.3             Rechtfertigung des Menschen vor Gott durch Glauben im Gegensatz zu Versuchen, sich selbst zu verwirklichen

4.5      Sünde als theologische Deutung der Trennung des Menschen von Gott und die Überwindung durch die Erlösung in Jesus Christus (Entfremdung)

  

Verbindliche Grundbegriffe / Inhalte

•          Menschenbild im Alten Testament (Gen 1-4; 11) und im Neuen Testament (Mt 25,31-46; Mk 3,1-6; Joh 8,1-11; 2Kor 5,17-21; Gal 5,1-15)

•          Rechtfertigungs- und Freiheitsverständnis bei Paulus und Luther

•          Menschenwürde in biblischer und philosophischer Perspektive (Kant und eine weitere Position)

•          Die Sicht auf den Menschen in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts *

•          PID als aktuelles ethisches Konfliktfeld

  

Thematischer Schwerpunkt 3: Gottesbilder

 Elementare Aspekte

1.1       „Reden“ von Gott als Deutung menschlicher Erfahrung

1.3       Religionskritik als Relativierung oder Bestreitung von Gottesvorstellungen

1.4       Die Spannung zwischen Transzendenz- und Immanenzaussagen in der „Rede“ von Gott als sprachliches und theologisches Problem

3.5       Kritisch-rationale Weltdeutung und Lebensgestaltung in Auseinandersetzung mit mythischer Weltsicht

 

Die Fachkonferenz ergänzt:

3.2    Die Infragestellung des Menschen durch die Begegnung mit dem Heiligen

 

 

Verbindliche Grundbegriffe/Inhalte

•          Biblisches Reden von Gott (Ex 3,1-15; Ps 139; Mt 6,5-15; Mt 20,1-15; Mk 15,20b-41; 1Joh 4, 7-21)

•          Die Spannung zwischen der Unverfügbarkeit Gottes und der „Rede“ von Gott

•          Jüdisches, christliches und islamisches Gottesbild im Vergleich

•          Gottesbilder in der zeitgenössischen Literatur

•          Kritik an Gottesbildern: Feuerbach; das religionskritische Potential der Hirnforschung

 

 

C. Sonstige Hinweise

Zugelassenes Hilfsmittel ist die Bibel.

 

Materialbände zum Thema „Gottesbilder in der zeitgenössischen Literatur“ zur Orientierung:

Karin Thomas, Fritz Seidel, Hubert Sowa, Kunst Bildatlas, Ernst Klett Verlag/Friedrich Verlag, Leipzig/Velber 2007

Jörg Peters, Bernd Rolf, Ethik im Bild, Folienmappe zu Ethik aktuell, C.C. Buchner Verlag, Bamberg 2003

Hans-Rüdiger Schwab, Gott im Gedicht. Ein Streifzug durch die deutschsprachige Lyrik, Verlagsgemeinschaft Topos, Kevelaer 2007

Klaus Vellguth, Gott sei Dank bin ich Atheist. Gott als Thema in der Literatur des 20. Jahrhunderts, Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2001

Georg Langenhorst, Gedichte zur Gottesfrage. Texte-Interpretationen-Methoden, Kösel-Verlag, München 2003