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Lilienthal
und seine Geschichte Eine
Fahrradtour |
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Wir wollen mit euch eine kleine Fahrradtour
durch unser schönes Lilienthal machen. Unsere Tour beginnt an der ehemaligen
Klosterkirche des Zisterzienser-Nonnenordens. Sie wurde zwischen 1248 und 1262 erbaut. Bis
auf ein kleines Gewölbe im Weinkeller unter dem neuen Rathaus wurde die anderen
Klostergebäude ca. 1692 abgerissen. Also ist der benachbarte heutige Amtsgarten
eigentlich der alte Klostergarten. Zwischen
1782 und 1816 errichtete der berühmte Lilienthaler Oberamtmann und Astronom Dr. Johann
Hieronymus Schroeter hier seine Sternwarte, die seiner Zeit größte in Europa. In
östlicher Richtung vor dem neuen Rathaus (aus dem Jahr 1978) liegt der Murkenshof. Seine
Ursprünge gehen ins Jahr 1730 zurück. Er ist auf dem Gelände des ehemaligen
Äbtissinnenhauses erbaut. Heute sind in der ehemaligen Gaststätte die Gemeindebücherei
und die Volkshochschule untergebracht. Außerdem sind dort Vortragsräume zur allgemeinen
Nutzung, sowie ein Internetcafé für Senioren. |
Klosterkirche |
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Amtmann Schroeter-Haus
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Wörpe |
Jetzt gelangen wir auf unserer Tour zur Wörpe.
Die Ufer der Wörpe wurden zwischen 1750 und 1795 besiedelt. Sie bildete für 250 Jahre
die Hauptverkehrsader Lilienthals. Der Deich an der wurde um das Jahr 700 in einer Höhe
von etwa 150 cm angelegt. Etwa nur 300m weiter flussaufwärts auf unserer Tour erreichen
wir auf der rechten Wörpe-Seite die Stelle, an der im Jahr 1260 der Hauptarm des Flusses,
der ursprünglich zur Höge führte, abgegraben und als neuer Kanal zum Kloster und zur
Wassermühle geleitet wurde. Eine eindrucksvolle Leistung für diese Zeit !!!! |
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Nun geht es zurück zu
"Kutscher Behrens" und noch 500m weiter die Falkenberger Landstraße entlang,
bis auf der rechten Seite die Straße "Auf dem Kamp" abzweigt.In der hier
gelegenen ehemaligen Falkenberger Schule von 1910 befindet sich heute das Lilienthaler
Schulmuseum. Dieses Museum vermittelt einen Eindruck des Schulunterrichts in einer Klasse
der 20er Jahre.
Wir folgen der Straße "Auf dem Kamp", fahren in gerader Richtung weiter durch
das neue Lilienthaler Gewerbegebiet auf einem Sandweg die Höge. Die Höge mit ihrem
einzigartigen Fachwerkhaus aus dem Jahre 1795 befindet sich heute im Besitz der Gemeinde
Lilienthal und beinhaltet auch die Heimat der Freilichtbühne Lilienthal. Das Gebäude
wurde von Kaiser Karl dem Großen um 1810 als eine Ringwallburg zum Schutz gegen
Überfälle angelegt. Die zum Teil natürliche, zum Teil aufgeschüttete Erhöhung bildete
das alte "Nordhusen". Hier gründete im Jahre 1232 der bremische Erzbischof
Gerhard II das erste Kloster Lilienthal, das er mit acht Nonnen des Zisterzienser-Ordens
aus Walberberg bei Bonn besiedelte. Wegen ständigen Hochwassers hatte es jedoch dort nur
drei Jahre, bis 1235, Bestand und wurde nach einem Vorübergehenden Aufenthalt in Wohltat
und Lesum 1248 an die Stelle verlegt, die Ausgangspunkt unserer Tour war. Die älteste
Straße Lilienthals, die Klosterweide, bildet seit 1250 den Verbindungsweg zwischen den
beiden Gründungsorten. 
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Von der Höge fährt man über den
Speckendamm nach Frankenburg und von dort geht es auf dem Radweg anschließend links zur
Kirche St. Jürgen.Dieser Ortsteil von Lilienthal wurde 1180 von holländischen Siedlern
als "Wallebrooke" angelegt. Heute ist er in 11 Ortschaften unterteilt, von denen
wir Oberende, Wührden, Vierhöfen, Mittelbauer und Vierhausen durchfahren, bevor wir an
der Abzweigungen Kirchweg/Höftdeich nach links zur Kirche "St. Georg im Lande der
Gräser" gelangen. Einsam auf einer hohen Wurt gelegen und mit einer starken
Kirchenmauer umgeben, wurde dieses Gotteshaus ursprünglich aus Sandstein durch Erzbischof
Ansgar im Jahre 865 als Wallfahrtskirche und Schutzburg errichtet. 1180 und um 1450
erfolgten Neu- und Umbauten, die zusammen mit Pfarrhaus und Küsterschulhaus das
einzigartige heutige Ensemble bilden. Die Kirche mit ihrer Interessanten Inneneinrichtung
ist immer geöffnet, und auch der alte Kirchhof ist sehenswert. Vor den drei Gebäuden
verläuft Richtung Ritterhude noch ein letztes Stück der alten Moorkampstraße, Teil
eines Verbindungsweges zwischen Bremen und Hamburg aus der Zeit um das Zahl 850. |
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Über den Kirchweg, der links weiter
in Richtung Höftdeich führt, gelangen wir nun ins eigentliche St. Jürgenland. Genießen
sie den Anblick der Natur. Unsere Fahrt führt direkt zum Wümmedeich wo wir auf das
Gasthaus "Höftdeich-Wümmeblick" stoßen. Wir folgen nun dem Weg unterhalb des
Deiches und gelangen zum alten Schöpfwerk "Höftdeich", das, 1884 erbaut, mit
Dampfmaschinen betreiben wurde. Zwischen 1942 und 1951 fand die Umstellung auf
elektrischen Betrieb statt.
Nächste Station ist das "Gehrdener Sielfleet". An dieser Stelle endet die
Straße Höftdeich und führt als Truperdeich weiter wümmeaufwärts. Das durch ein Siel
im Deich zurück gestaute Wasser stellt die eigentliche Mündung der Alten Wörpe dar,
die, wie schon ausgeführt, 1260 beim Gasthof Kutscher Behrens abgegraben und zum Kloster
umgeleitet wurde. Nur wenige Meter weiter liegt der historische,in seinen Ursprüngen aus
dem Jahre 700 stammende Hof Gehrden. |
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Wir biegen unmittelbar hinter dem Hof nach links,und der
erste Hof auf der rechten Seite, heute Hof Ahrens,ist die sogenannte Wittenborg,die mit
1300 Jahren eine der ältesten Hofstellen Lilienthals darstellt. Das etwas weiter
linkerhand liegende Haus mit der Nummer 10 beherbergt das Niedersächsische
Kutschenmuseum, in dem rund 40 aus der Umgebung stammende Fahrzeuge zu besichtigen sind.
Nach weiteren 200m zeigt sich das altehrwürdige weiße Gebäude der Truper Kapelle, die
im Jahre 1180 erbaut wurde und ursprünglich als Dorfkirche für Trupe und Feldhausen
diente. Direkt daneben befindet sich das malerische Pfarrhaus Trupe 3. Dessen
Giebelschrift zeugt vom großen Brand in Lilienthal am 21. April 1813 und den harten
Zeiten unter französischer Herrschaft. Nach links abzweigend, gelangen wir über den
"Jan- Reiners- Weg" zum alten Lilienthaler Kleinbahnhof .Im Jahre 1900
errichtet, war er zentrale Haltestelle der Eisenbahnlinie Bremen-Tarmstedt.In der Zeit
zwischen den beiden Weltkriegen stiegen hier an Wochenenden bis zu 1000 aus, um über den
"Kaffeepad" Richtung Lilienthal-Mitte und Murken zu ziehen . Am 22.Mai 1954
wurde hier der Eisenbahnbetrieb, der am 4, Oktober 1900 aufgenommen worden war,
eingestellt.
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Das Bahnhofsgebäude wurde 1992 durch eine
umfassende Renovierung in den Ursprungszustand versetzt und ist jetzt eines der
eindrucksvollsten Fachwerkgebäude der Gemeinde Lilienthal.
Dem "Kaffepad" folgend, erreichen wir das historische
"Amtmann-Schroeter-Haus", Wohn- und Sterbeort des Oberamtmanns und Astronomen
Johann Hieronymus Schroeter. Das Haus 1791 von Schroeter für seine Familie errichtet, ist
das einzige noch aus der Zeit vor dem großen Brand 1813 existierende Wohngebäude.
Nachdem es von einer Stiftung erworben und umfassend restauriert wurde dient das Haus
heute der Seniorenarbeit. Durch die gegenüberliegende Straße "Im Bruch"
gelangen wir über die Klosterstraße wieder zum Ausgangspunkt unserer Fahrt, der
Klosterkirche. |
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